Mittwoch, 20. Mai 2009

Neues Youtube-Video - Mit Unterstützung



Huh, bin ich im Moment schreibfaul.
Wie dem auch sei, ich habe ein neues Video aufgenommen, zusammen mit Cindy.
Cindy hat eine schöne Stimme und überspielt mein Gekrächze sehr gekonnt, außerdem ist sie eine Frau - was das Video noch sehenswerter macht.

Das "aller guten Dinge sind drei" hab ich übrigens gesagt, weil es der dritte Aufnahmeversuch war. Normalerweise brauch ich fünzig oder so. Toll.

Hier gehts zum Video als Link

Mal gucken ob ich jetzt weniger schreibfaul werde.

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Dienstag, 12. Mai 2009

Haaaaaa!



Morgen ist schriftliche Prüfung, bin hibbelig.

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Donnerstag, 30. April 2009

Schweinegrippe



arcor.de verkündet, dass die Weltgesundheitsorganisation die zweithöchste Alarmstufe für Grippe ausgerufen hat. Da kriegen wir natürlich alle Angst und wollen mehr wissen.

Es wird vor einer Epidemie gewarnt. Jetzt stellen wir uns mal vor, wie so eine Epidemie entsteht. Nehmen wir ein Killervirus an, das wie eine Grippe eine Inkubationszeit von ca. 5 Tagen hat. Ein Mensch wird angesteckt. Nach der Infektion wird er nicht sofort umkippen, sondern das Virus benötigt Zeit, sich richtig in seinem Körper festzuzecken. Bis das Virus ihn ins Bett zwingt hat er, sagen wir 20 andere Leute zu infizieren.
Jetzt gehen wir vom Durchschnittsmenschen und -Arzt aus. Entweder geht unser erster Infizierter, nennen wir ihn Klaus, gar nicht zum Arzt. Nein, Klaus wird halt ab und zu mal krank, dann legt er sich für 3 Tage ins Bett, trinkt Tee mit Honig und wird wieder gesund.
Aber Klaus hat so ein komisches Gefühl im Bauch, er geht zu seinem Hausarzt, Dr. Sorgenvoll. Dr. Sorgenvoll diagnostiziert anhand der Grippesymptome eine Grippe und schickt Klaus für 3 Tage ins Bett, mit Tee und Honig.
An diesem Punkt denkt natürlich niemand an ein Killervirus. So, Klaus liegt im Bett und kriegt schreckliches Fieber. Die 20 Leute, die er vergangene Woche angesteckt haben, gehen auch zum Arzt, was passiert? Es wird Grippe diagnostiziert, ab ins Bett mit Milch und Honig. Bis hierhin sieht es aus wie eine normale verdammte Grippe, mit der wir uns schon seit Jahrhunderten herumschlagen.

Wann wird das Virus denn nun als schreckliches, epidemieverursachendes Killervirus erkannt? Richtig, wenn möglichst viele Leute dran sterben. Also Klaus, die 20 Leute die er angesteckt hat und die 400 Leute, die die wiederum angesteckt haben, die sterben. Qualvoll, im Bett. Zu dem Zeitpunkt wird Dr. Sorgenvoll, zu dem die alle hingehen, stutzig und man beginnt, das Virus zu untersuchen und merkt, dass es viel größer und böser als alle anderen vorher gekannten Grippeviren ist.
Dann gehts an die Medien, und die schreien EPIDEMIE!!!11
Zu dem Zeitpunkt sind aber schon weitere 160000 Leute infiziert. Ab dem Zeitpunkt fangen dann Quarantänemaßnahmen an, die sagen wir die Hälfte nicht beachten, weil sie kein Fernsehen gucken, und schon frisst sich das hungrige Killervirus fröhlich durch unsere Population.

So würde eine Killervirusepidemie verlaufen. Die Natur des Killervirus (nämlich, dass es ein Killervirus ist) käme erst viel zu spät heraus, und da sind schon tausende, vielleicht Millionen infiziert. Und sterben dann wie die Fliegen.

Nun sehen wir uns die derzeitige Situation an: die Zahl der Infizierten beträgt 91. Die Zahl der Todesopfer beträgt 8. Huh. Angst.

Was schließen wir daraus? Entweder ist unser Killervirus kein sehr guter Killer, oder die Infektion gestaltet sich sehr schwierig, oder unser Erster Infizierter Klaus hat zwei drei Leute angesteckt, ist dann sofort zur Gesundheitsbehörde gerannt, hat seine Grippesymptome selbstständig und korrekt als vollkommen tödlich diagnostiziert (und das in Mexico, wo derzeit auch noch eine normale Grippewelle grassiert) und kam sofort in Quarantäne.

Zum Vergleich: An der normalen Grippe sterben allein in Deutschland täglich 20 Menschen.

Schweinegrippe, Killervirus? Epidemie? Glaub ich nicht.

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Mittwoch, 29. April 2009

Konditionierung



Erfahrung konditioniert uns.
Besonders aufgefallen ist mir das in der Kaserne, damals beim Bund. Man ist in kameradschaftlichster Knastatmosphäre zusammengepfercht, was dazu führt, dass man tagein, tagaus immer dieselben Gesichter zu sehen bekommt. Meistens sind das so 30-40, die man sich nach kurzer Zeit schon merkt, plus ein paar dutzend, die man nicht wirklich kennt, die einem aber gelegentlich über den Weg laufen.

Das interessante war: Als ich dann die Luft der Freiheit (oder besser: des Freigangs) schnuppern durfte, und nach 5 Stunden Zugfahrt in meiner geliebten Heimatstadt wieder durch die Straßen wandeln durfte, hab ich die Gesichter immer noch gesehen.
Jeder Mensch, der mir entgegenkam, wurde sofort Gehirnintern mit denen, die ich die vergangenen Wochen ständig gesehen habe, abgeglichen und schon bei entfernter Ähnlichkeit Alarm gegeben.
Also lief ich dann zu Hause herum, und hab immer noch dieselben Leute gesehen. Obwohl sie es gar nicht waren. Krass konditioniert.

Genauso bei einem längeren LARP-Con: Viel im Lager, überall und immer wieder die selben Leute, und als es vorbei war und ich wieder zu Hause, seh ich die Leute immer noch. Oder bilde es mir zumindest ein, weil mein Gehirn selbst bei entfernter Ähnlichkeit sofort die bekannten Personen draufassoziiert.

Ich kam letztens darauf, weil dieses Konzept der Konditionierung bei Gewohnheit auch auf das Verhalten nach einer Trennung passt:
Wenn man mit einem Partner jahrelang zusammen war, dann sind bestimmt Phrasen, Worte, Verhaltensweisen einfach drin. Da braucht man nicht drüber nachdenken, das macht man einfach.
Wenn man dann aber getrennt ist, verschwindet die Konditionierung nicht. Jedenfalls nicht von heute auf morgen. Also hast du einen Haufen Gesprächsfetzen, Worte und Verhaltensweisen, die auf einmal alle ins Nichts führen.
Wenn die anspringen (und die springen dann oft an, man hat vorher gar nicht gemerkt, wie oft man solche gut aufeinander eingespielten Dinge sagt und tut), dann lässt einen das innehalten.

Ich glaube, das alles wieder loszuwerden...das nennt man Verarbeitung einer Trennung.

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Montag, 27. April 2009

Man sagt das halt so



Ich werde in letzter Zeit öfter darauf hingewiesen, dass "man" das jetzt nicht mehr so sagt.
Wer ist eigentlich dieser "man", der dies in jenes nicht mehr sagt?

"Man" sagt nicht mehr "Behinderter".
"Man" sagt auch nicht mehr "Gesundheit!", wenn jemand niest.
"Man" sagt nicht mehr Neger, Immigrant, Lehrling, Frisöse, Putzfrau...

Nein, das sind Menschen mit Behinderung, wer niest hat sich zu entschuldigen, Menschen mit Maximalpigmentierung, Menschen mit Migrationshintergrund, Auszubildende, Fachdienstleisterin für Terminalhaargestaltung und Spezialkraft für Raumpflege.

Ich würde diese ganzen "man"s gerne mal kennenlernen, und ihnen ordentlich eins aufs Maul hauen. Denn: Man trifft die nie auf der Straße, sondern nur Leute, die einem mitteilen, was "man" denn so sagt. Oder zu sagen hat.

Aber viel zu sagen hat das nicht.

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Die Gedanken sind frei II (ha, das reimt sich)



Drei kleine (teilweise nicht mehr ganz aktuelle) Fundstücke, welche Blüten pseudo-gesunder Menschenverstand in Verbindung mit Tabus erblühen lassen.


Landgericht Stuttgart verbietet Anti-Nazi-Symbole. Begründung: Da ist Nazisymbolik drauf.


Berlin: Im Wachsfigurenkabinett Madame Tussauds wurde Hitler geköpft. Und zwar mit dem Kommentar: "Nie wieder Krieg!" Ziemlich naiv, ziemlich unoriginell, und der Typ war auch ziemlich hässlich. Also der Angreifer, nicht der Adolf.

Im Ernst, stellt den Hitler da hin, dass ihn kleine Kinder sehen können, erklärt denen, die es noch nicht wissen, dass unter seiner Führung Deutschland ein paar kleine Kunstfehler unterlaufen sind, und dann lasst mich ein Foto mit ihm zusammen machen. Aber nee, darf man nicht. Da wird man vermutlich mit einem Massenmörder-Virus infiziert.

Apropos Infektion:
Papst hat keine Ahnung von Kondomen
Deutschland, sei stolz auf deine Kinder. Ich fürchte, Ratze hat im Biounterricht bei der Aufklärung und Verhütung nicht aufgepasst. Aber halt, ich glaub HIV gabs noch nicht, als er in der Schule war. So um 1400 herum. Da gabs auch noch keinen Luther.

Also, meine Kinder. Fürchtet den Teufel, denn er kommt als gesunder Menschenverstand verkleidet! Doch ihr sollt ihn erkennen wie schon Adam sein Weib erkannte, ihm den falschen Bart abnehmen, mit dem Finger auf ihn zeigen und ihn auslachen!

Für mehr echten, wahrhaft gesunden Menschenverstand! Der Ami spricht hier fälschlicherweise von common-sense, aber wir wissen ja, was der gewöhnliche Mensch so glaubt: Dass die Amerikaner die ersten auf dem Mond waren, dass Terroristen das World Trade Center in die Luft gesprengt haben und dass man mit E=mc² die Relativitätstheorie verstanden hat.

Ja, klar.



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Die Gedanken sind Frei



Wir leben hier in Deutschland, das heißt, wir haben rechtlich gesehen Meinungsfreiheit. Trotzdem wird an vielen Stellen durch, keine Ahnung wie man das nennt, eine Mischung zwischen political correctness und angeblichen gesunden Menschenverstand in ziemlich restriktive Meinungsbilder hineingepresst.

Find ich komisch.
Schönes Beispiel: Hitler im Wachsfigutenkabinett in Berlin. Hach, das ist ja so unmoralisch, den Hitler in Berlin zu zeigen, der war ja ein ganz doll schlimmer Mann, und Leute umgebracht hat der ja auch, nein, den fürchterlichsten Massenmörder der Menschheitsgeschichte, den stellen wir da nicht hin.

Etwas makaber ist es vielleicht, dass Madame Tussauds mit dem Spruch "Ihre Lieblingsstars zum Anfassen nah!" wirbt. Aber wenn Dieter Bohlen ein Star sein darf, warum dann nicht auch Adolf?

Mal im Ernst, was ist schon dabei? Mao und Stalin haben mehr Leute umgebracht, und da heult auch keiner herum, dass es so schrecklich unmoralisch wäre, wenn sie ausgestellt werden.

Mit der Hitlerfigur darf man sich auch nicht zusammen fotografieren. Himmel, warum nicht? Wär doch lustig.

All das klingt für mich nach einer vollkommen unnötigen Dämonisierung Adolfs. Ich dagegen bin der Meinung, man kann viel besser mit dem Thema umgehen, wenn man sich auch eine Portion Humor damit erlauben kann. Und hey, man kann Adolf herrlich auf die Schippe nehmen. Denkt nur an Extra3 (die tatsächlich das Rückgrat besitzen, Hitler im deutschen öffentlich-rechtlichen Fernsehen als "der Führer" anzukündigen. herrlich.) oder Serdar Somuncu (liest aus mein Kampf).

Natürlich hat das dann weniger mit Geschichte (über die man natürlich Bescheid wissen sollte) zu tun, sondern einfach mit der Aufarbeitung eines Tabus. Eines Tabus, das, wie ich finde, unser Denken vollkommen unnötig einschränkt. Und diese Tabuisierung von Dingen kann man von Hitler auf so vieles Ausweiten. Dinge, über die man einfach nicht spricht, weil es "nicht richtig ist, hörst du!"

Wie ein Krebsgeschwür nisten sich auf diese Art und Weise vollkommen schwachsinnige Gedanken und Konzepte in unser Denken.
"Man sagt heutzutage nicht mehr Gesundheit, das ist unhöflich!"
Find ich nicht, ich freu mich immer wenn mir jemand nach dem Niesen Gesundheit wünscht. Und ich hab auch noch keinen gesehen, der mich nach einem freundlichen "Gesundheit!" schief angeguckt hat, um mich sofort auf meinen groben Etiketteverstoß aufmerksam zu machen.

"Hitler ist nicht lustig! Darüber lacht man nicht!"
Zieht euch mal "Mein Kampf" von Serdar Somuncu rein. Ihr werdet überrascht sein, wie zum wegschmeißen komisch das ist, und auch den nötigen Ernst nicht vermissen lässt.

"Man sagt nicht 'Schwarzer' oder 'Neger', das ist diskriminierend, du dreckiger Nazi!"
Diese ganze political correctness geht mir tierisch auf den Keks. Ich mache an dieser Stelle einfach noch einmal auf meinen Artikel über die Euphemismus-Tretmühle aufmerksam.

Ich bin dafür, weniger harmlosen Humor und gesellschaftliche Spitzfindigkeiten zu dämonisieren, anstatt lieber Taten zu bewerten, Intentionen zu hinterfragen und Dieter Bohlen als ersten an die Wand zu stellen wenn die Revolution kommt.


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